Wir verlassen den Nationalpark Cilento und damit die Berge wieder. Spontan halten wir an einem Parkplatz, der eigentlich zu einer Strandbar gehört, zum übernachten an. Vorher waren wir an einem eigentlich schönen Platz doch nicht geblieben, weil wir dort vom Wind durchgeschüttelt worden wären. Das Wetter ist ungemütlich, und ein Regentag vergeht wie im Flug mit Lesen, Schlafen und Essen. Zum Glück hatten wir genug Feuerholz gesammelt, um es warm und gemütlich zu haben. Wir stellen fest, dass ein Scheinwerfer unseres Autos nicht funktioniert. Als wir an einer Werkstatt halten, staunt Felix Bauklötze: Auf einer Tafel ist der Preis für die Werkstattstunde zu lesen: 25€. Da macht ein deutscher Handwerker schon minus, wenn er kurz darüber lacht.
Als wir weiterfahren und in Sapri auf einem großen, ruhigen Parkplatz landen, begrüßt uns der Sonnenschein. Wir spazieren auf einm Weg entlang der Küste, wo wir Eidechsen, duftende Blumen, uns unbekannte Pflanzen, Agaven (Felix: Wow, schau mal die Kakteen! Ina: Das sind keine Kakteen, das sind Kürbisse!), eine Schlange und das Meer in allen Blautönen bewundern. Sapri stellt sich als ein sehr angenehmer Ort heraus. Jede Menge schöne kleine Geschäfte, Bars und Restaurants, gut gelaunte Menschen und reger Betrieb. Einige andere Orte wirken eher verwahrlost, ärmlich und übellaunig, Sapri hält deutlich dagegen. Wir gehen in den Gassen der Innenstadt spazieren und durchkreuzen das „Villenviertel“ am Hang mit dem Fahrrad, circa jedes vierte Gebäude ist eine Bauruine. Wir treffen ein paar Katzen, Hunde, Schweine und TruthähnInnen. Hier in Sapri gehen wir auch mal wieder Pizza essen, das Nord-Süd-Gefälle der Wirtschaft Italiens schlägt sich auch im Pizzapreis deutlich nieder: 7€ ist die teuerste Pizza auf der Karte. Unsere Pizzen schmecken gar vorzüglich.
Bevor wir weiterfahren, kaufen wir einen Vorrat an Cantuccini in einer Pasticcheria, Holzlack und ein Beil in einem sympatisch überfrachteten Eisenwaren- Bau- Angel- und Marinebedarfsgeschäft.
Sapri










Liebe Ina, lieber Felix, solltet ihr weiter südlich fahren, empfehlen wir einen Abstecher nach Pentedattilo, ein pittoreskes Geisterdorf bzw. dörfchen. Das Auto muss man, wie so oft stehen lassen, und den kleinen, fast vollkommen verlassenen Ort zu erkunden.
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