Pollino Nationalpark

Zur Abwechslung fahren wir am 20.11.19 wieder in die Berge. Der Bildungsbürger in Felix freut sich über die Infotafel an unserem leider nicht ganz ebenen Parkplatz: Unweit von uns befindet sich der älteste lebendige Organismus Europas, eine Pollino-Pinie. Ca 1300 Jahre alt. Es ist arschkalt hier oben, ohne Ventilator zur Verteilung der warmen Luft wird es im Auto nicht vernünftig warm. Am nächsten morgen, naja, nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben, also so um ungefähr halb 12, brechen wir zu einer kleinen Wanderung auf den Monte Pollino auf. Die Strecke bis zum Startpunkt des Wanderweges legen wir mit dem Rad zurück, der Hund rennt nebenher, mit wie immer beeindruckender Geschwindigkeit. Bemerkenswert, was er aus den paar Krümeln Hundefutter am Tag so rausholt. Die schmale Straße schlängelt sich durch eine wunderschöne Landschaft aus Weideflächen und von kleinen Buchen dicht bewachsenem Wald. Der Boden ist von einer geschlossenen rotbraunen Fläche aus Laub bedeckt. Ungefähr eine halbe Stunde, nachdem wir damit begonnen haben, dem Himmel im 45°- Winkel entgegenzukeuchen, werden die ersten mit Schnee bedeckten Flächen sichtbar. Die Vegetation wird kärger und kärger, irgendwann sind wir dem brausenden Wind schutzlos augeliefert und sinken bei jedem Schritt bis an die Waden in den Schnee. Der dann auch anfängt, von schräg oben auf uns herunterzurieseln. Oben gibt es nur ein Selfie und einen schnellen Gipfelkeks aus Sapri, dann steigen wir wieder ab. Auf dem Rückweg fragt uns ein junger Mann in einem weißen Pick-up, ob wir seinen Hund gesehen hätten. Haben wir leider nicht. Die Pfannkuchen zum Abendbrot schmecken hervorragend, wenn sie auch wegen der Schieflage des Iveco ungleichmäßig dick sind. Am nächsten Tag machen wir nochmal eine kleine Wanderung, diesmal viel gemütlicher und mit weniger Höhenmetern und fast ohne Schnee. Schön, aber unspektakulär. Wir übernachten noch einmal am selben Platz, der weiße Pick-up fährt noch zwei mal an uns vorbei. Hoffentlich geht es Hundi gut ;_;

Die folgenden drei Tage fahren wir mit Zwischenstopps in Pizzo und Tropea, jeweils hübsche Örtchen an der Küste, nach Villa San Giovanni, wo uns eine Fähre in ca einer halben Stunde nach Messina über die Meerenge fährt. Wir sind beide erstaunt, wie nah Sizilien am Festland liegt, mit ein bisschen Geduld und Spucke könnte man sicherlich auch rüberschwimmen.

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