Weihnachten mit Babybus

Am 23.12 ist es soweit, Eva und Ands kommen an. Zum Abendessen kochen wir uns mal wieder Artischocken mit Vinaigrette. Unsere Autos parken wir in eine Straße zwischen den Häusern, um ein wenig Schutz vor dem Sturm zu haben. An Heiligabend sitzen wir in unserem Lieblingscafé, gehen spazieren und suchen uns ein geeignetes Etablissement, um abends dort Essen zu gehen. Trotz des Vorsatzes, auf die Bescherung zu verzichten, gibt es trotzdem eine, dann gehen wir ins Restaurant und genießen ein vorzügliches Festmahl. Am ersten Weihnachtstag fahren wir zu einem Flusslauf bei Taormina, hier soll es eine sehr schöne Schlucht geben. Das Wetter ist uns jetzt wieder wohlgesonnen, und wir unternehmen eine wunderschöne Wanderung entlang des Flusses. Unterwegs pflücken wir Mandarinen und Orangen, dabei erwische ich welche, die aromatischer als alle anderen Zitrusfrüchte sind, die ich bis dahin gegessen hatte. Es gibt in der Nähe einen Naturpark, der den eigentlichen Canyon umschließt, der Eintrittspreis ist uns aber zu hoch. Wir fahren weiter zu dem Ort am Ätna, wo wir zuletzt mit den anderen Campern unterwegs waren, sodass Eva und Ands auch in den Genuss der einzigartigen Vulkanlandschaft kommen. Allein die Fahrt dorthin ist atemberaubend schön. Am nächsten Abend, auf dem Weg nach Catania, verbringen wir eine Nacht auf einem Campingplatz, weil das allgemeine Duschbedürftnis mittlerweile ein kritisches Niveau erreicht hat. Leider schlafe ich schlecht, weil scheinbar alle angrenzenden Grundstücke Hundezwinger zu beherbergen scheinen, sodass ich den Stadtspaziergang durch Catania am nächsten Tag auslasse und im Auto einen ausgedehnten Nachmittagsschlaf halte, während der Rest der Bande die Stadt besichtigt. Weil es da so schön war, übernachten wir in Brucoli an unserem bewährten Stellplatz. Weiter geht die wilde Fahrt zur Necropolis Pantalica. Eine beeindruckende Landschaft, in deren weiches Gestein die Menschen seit ewigen Zeiten Höhlen hineinschlagen, um sie, von Epoche zu Epoche unterschiedlich, als Wohnraum oder Grabstätte zu nutzen. Kletternd erforschen wir die alten Höhlen, ein großer Spaß. Um Syrakus zu besichtigen, lassen wir den Iveco mit den Hunden darin stehen, und fahren mit dem wegen seiner vergleichsweise geringen Größe als Babybus getauften T5 dorthin, ein hübsches Städtchen. Auch die an diesem Tag letzte verfügbare Führung durch die Katakomben nehmen wir noch mit. Auf dem Rückweg gönnen wir uns eine leckere Pizza in der Pizzeria Romantica. Der Laden ist unbeheizt und damit wirklich kalt an diesem Abend, aber die Pizza und die herzlichen dort arbeitenden Menschen machen das mehr als Wett. Als Ands ein „Agua Firenze“ anstatt „frizzante“ bestellt, hat uns die Chefin schon ins Herz geschlossen. Auf dem Weg über die schmale Straße zurück zum „großen“ Bus beginnt es dicke Flocken zu schneien. Kurz darauf ist die Straße komplett zugeschneit. Wegen meines mangelnden Vertrauens in den Frontantrieb des VW wird die Fahrt für mich zum Höllenritt, aber Ands Schwarzwalderfahrung macht sich bezahlt und wir kommen wohlbehalten an. Am nächsten Morgen ist der Schnee wieder verschwunden. Der Ort eignet sich gut, um den Silvesterabend zu verbringen, weil wenig potentielle Böllereien drohen, der einsamen Lage sei Dank. Wir kochen lecker Veggieburger und trinken Sektchen. Neues Jahr, beide Männer leider schwer verkatert. In Kolonne, der Babybus hinter uns wie ein kleines Gänschen, fahren wir an unseren Platz bei Giardini Naxos, es ist warm genug, dass Ands und ich ein Bad im Meer nehmen. Weil es einfach immer geht, gehen wir am Abend in Naxos Pizza essen. Am 2. Januar geht der Babybus wieder auf große Fahrt, die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Weil Eva bald Geburtstag hat und Ina mit ihr feiern will, bleiben Rumo und ich zu zweit alleine zurück. Ich bin wahnsinnig aufgeregt, das Gefühl, so alleine in der Fremde zu sein, ist für mich neu und irgendwie beängstigend.


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