Roscigno Vecchio

13.11.2019: Wir erhoffen uns nach den Erfahrungen der letzten Tage Ruhe und Beschaulichkeit im Bergidyll des Nationalparks Cilento. Während der Fahrt entdeckt Ina in den Tiefen des Netzes , Glückes Geschick, ein verlassenes Bergdorf. Dort angekommen parken wir auf dem Dorfplatz. Einheimische ältere Herrschaften aus dem in wenigen hundert Meter entfernten Nachbarort Roscigno begrüßen uns und signalisieren, dass übernachten unproblematisch sein sollte. Einer von ihnen spricht ein bisschen französisch, sodass wir uns verstehen können, alle anderen sprechen nur italienisch. Das bremst sie aber keineswegs, längere Plaudereien mit uns anzuzetteln. Da hilft nur lächeln und nicken.
Giuseppe handhabt das genauso. Er betreut das nun als Freilichtmuseum dienliche Dorf, raucht Pfeife und erzählt uns detailreiche Geschichten, von denen wir kein Wort verstehen. Er scheint sich aber über unsere Anwesenheit zu freuen, außerdem sieht er mit seinen Lederstiefeln, weißem Bart, Hut und Pfeife verdammt cool aus.
Am nächsten Tag folgen wir zu Fuß einem Schild, Parc Geologico Monte Pruno steht darauf. An sich nicht so spektakulär, im Prinzip sieht man alte Steinmauern auf einer Hochebene, aber der Weg dahin, die Aussicht und die Pflanzenwelt sind wunderschön.
Auffällig ist außerdem, dass jeder, wirklich jeder einzelne Mensch, der an uns vorbeifährt, freundlich grüßt. Es wird genickt, gewunken und gehupt. Ein vorbeifahrender Busfahrer hebt grüßend die Hand, genau so, wie BusfahrerInnen sich normalerweise untereinander begrüßen! Man sieht uns vermutlich aus 100m Entfernung an, dass wir nicht aus der Gegend sind, wir werden neugierig beäugt, wo immer wir auftauchen.
Im verlassenen Dorf bleiben wir vier Nächte. Der Brunnen plätschert, gelegentlich kommt eine Herde Schafe, Ziegen oder Kühe vorbei, ein kleiner streunender Hund lässt sich von uns füttern und die Dorfbewohner kommen zum Wasserholen, angeblich eignet sich das Brunnenwasser besonders gut als Kühlwasser für Traktoren.
Im Gras vor den verfallenden Häusern wächst Pfefferminze und Zitronemelisse in rauhen Mengen, sodass wir immer gut mit frischem Tee versorgt sind.

Gole del Calore

Auf dem Weg zurück an die Küste unternehmen wir noch eine kleine Wanderung in der Calore-Schlucht. Leider zu kalt zum Baden, das Wasser sieht sehr schön blau aus.

Orvieto

Felix will weiter Richtung Süden, weil er die Hoffnung auf Sommer, Sonne und Blümchenwiese im November nicht aufgeben kann. Kurz nach der Abfahrt am Montag, den 11.11.2019, erblicken wir imposante Strukturen auf einem riesigen Felsen. Eine kurze Recherche der Kopilotin Ina ergibt, dass es sich um die alte Stadt Orvieto handeln muss. Unter derselben befindet sich ein riesiges System aus Gängen und Kammern, die schon seit der Besiedelung durch die Etrusker gegraben wurden, also noch vor den Römern!
Es folgt ein Zwischenstopp zwecks Erkundung des Städchens per Spaziergang und der sich im Untergrund befindlichen Anlagen mit einer geführten Gruppe.

Die Odysee

Während den darauffolgenden zwei Tagen haben wir leider weniger Glück bei der Suche nach schönen Schlafplätzen. In Sabaudia, wo wir uns einen Zugang zum Strand erhoffen, aber alles mit hässlichen Touristenfallen zubetoniert ist, bleiben wir nicht. Alles ist geschlossen, weil keine Saison, wirkt trostlos und abweisend.
Das Netz empfielt uns den Parkplatz am Tempel des Jupiter Anxur, den man kostenlos besichtigen können soll. Vor Ort die nächste Enttäuschung: 6€ Eintritt pro Nase! Das sind umgerechnet 12 Espressi! Oder D-Mark!!11
Zum Übernachten ist der Parkplatz trotzdem geeignet, Pärchen aus der Gegend kommen zum knutschen hierher (miteinander, nicht mit uns) und der Wind, der vom Meer aus weht, schaukelt uns in den Schlaf.
In einer Vorstadt von Neapel versuchen wir noch einmal, einen Platz am Meer zu finden. Nach längerem nervenzehrendem Manövrieren durch die engen, stark befahrenen und vermüllten Gassen geben wir klein bei und lenken unser Reisemobil auf einen Parkplatz der Gemeindeverwaltung. Hier wird eine Art Müllsammlung betrieben, Säcke stehen neben den überquellenden Containern. Der Rest des Parkplatzes ist voller Leben, Pärchen kommen zum rummachen her oder um sich gegenseitig anzuschreien und dann wieder in die Arme zu fallen. Ein Mann schläft bei laufendem Motor in seinem PKW, einige scheinen von Prohibition betroffene Substanzen umzusetzen. Andere nutzen den Platz zum Gassigehen, und am Rand steht ein Magirus-Allrad-LKW gigantischen Ausmaßes mit Münchner Kennzeichen.
Unsere mittlerweile miese Laune federn wir gekonnt ab, indem wir uns je drei Artischocken mit Joghurt-Vinaigrette einverleiben. Leider vernachlässigen wir beide die fotografische Dokumentation der Vorgänge, deshalb hier nur wir beide beim Abendessen:

Toskana

Le Grazie

Am 06.11.2019 fahren wir weiter Richtung Toskana mit einem Zwischenstopp in Le Grazie. Zum ersten mal am Meer, wir während dieser Reise und Rumi in seinem Leben. Ja, er versucht ständig Salzwasser zu trinken und nein, es schmeckt ihm nicht. Wir beschließen ein Segelboot zu kaufen, wenn wir mal groß sind.

Lucca

In einem Reiseblog wird uns Lucca als eine weniger touristische Alternative zu Florenz angepriesen. Wir bleiben zwei Nächte und erkunden die Gässchen innerhalb der Stadtmauern. Und Ina wird beim nächtlichen Hundespaziergang fast von einer Horde Wildschweine gefressen.

Val d’Orcia

Wir sehnen uns nach mehr Sonne und Wärme und machen uns auf, weiter Richtung Süden. Nächster Stopp: Val d’Orcia – google sagt: gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO, beworben werden malerische Täler und Städtchen.
Wir finden einen schönen Schlafplatz direkt unterhalb einer Thermalquelle, deren Wasser in der Vergangenheit zum Betrieb mehrerer Mühlen genutzt wurde. Der erste Spaziergang bestätigt: In der Tat malerisch.

Comer See

Dongo

Nach Felix letztem Arbeitstag am 31.10.2019 sind wir Richtung Italien aufgebrochen. Unsere erste Nacht unterwegs verbringen wir im Wiggertal (Schweiz).Von dort geht es am nächsten Morgen weiter nach Dongo am Comer See. Dort treffen wir Inka, Eva und Ands, die bereits einige Tage in Italien verbracht haben. 

Monte Resegone und Lecco

Eva und Ands sind wieder nach Hause gefahren 😦
Wir entscheiden uns den höchsten Berg am Comer See zu bezwingen und fahren nach Lecco (mio) an den Fuß des Monte Resegone. Die Wanderung (13km) ist sehr schön, leider hat Ina Höhenangst und stirbt beinahe den Heldinnentod. Hochwärts gehen wir die ganze Strecke, auf dem Rückweg erwischen wir in letzter Sekunde die letzte Seilbahn ins Tal.

Am nächsten Tag schauen wir uns noch die Stadt Lecco an, bevor wir weiter Richtung Süden fahren.

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